Sportverein Allerheiligen / Wildon

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Die Jugend der Gemeinde Allerheiligen / W war es, die 1967 vehement die Gründung eines Sportvereins forderte. Am 30. Mai des selben Jahres wurde die Gründungsversammlung abgehalten und Bgm. Johann Walch zum Obmann gewählt. Noch im selben Jahr nahm man am Meisterschaftsbetrieb der Kreisklasse Graz-Umgebung teil – eine Klasse für Vereine in den „Anfangsjahren“.

Unser Team 1968:

1968.JPG

stehend von links: Obmann Hohl, Absenger Josef, Schimautz Josef, Kerpicz Josef, Zirngast Gottfried, Hohl Franz, Zisser Johann, Pölzl Hannes, Sektionsleiter Kreiner

hockend von links:  Jagersbacher Karl, Spielertrainer Marian Berek, Absenger Josef, Jagersbacher Franz, Gasparitz Karl Pichler Karl

 

Ein Erfolg jagte den Nächsten

Ein Jahr nach der Gründung wurde diese Klasse aufgelöst und der SV Allerheiligen – seit seiner Gründung Mitglied der Sportunion – in der 2. Klasse Süd-A eingegliedert. Hier begann der „sportliche Höhenflug“! Bereits 1972 schaffte die Mannschaft den Aufstieg in die 1. Klasse Süd.

 

Schon 1974 folgte mit Mithilfe des damaligen Sponsors „Hödl Bau“ der nächste Meistertitel und damit der Aufstieg in die Gebietsliga Süd-Ost. Für einen Ort wie Allerheiligen geradezu eine Sensation – vor allem deshalb, weil eigene Talente maßgäblich an diesen Erfolgen mitgewirkt haben. 

 

Aber damit begab man sich nicht zufrieden. 1981 gelang der Aufstieg in die Unterliga Süd (entspricht der
heutigen Oberliga), also den Nahbereich“ der Landesliga. Der persönliche Einsatz und die geschickte
Vereinsführung des Vorstandes zeigte sich dafür verantwortlich, das der SV-Union-Allerheiligen in der
Unterliga Süd immer eine respektable Rolle gespielt hat. So konnten sowohl das 20-jährige als auch das
25-jährige Bestandsjubiläum als Unterligaverein gefeiert werden.

 

Vor allem die Förderung der eigenen Talente war von Anbeginn ein besonderes Anliegen der
Vereinsführung und führte zu einer durchgehend vorbildlichen Jugendarbeit. Die sportliche Entwicklung in den Oberligen, wie die selbige Klasse nach einer Reform des Steirischen Fußballverbandes bezeichnet wird, entfernte sich immer mehr vom Hobby-Fußball in Richtung Leistungssport. Die Anforderungen an Spieler und Funktionäre wurden immer größer.1993 musste der SV Allerheiligen, wenn auch etwas unglücklich, zum ersten Mal seit seinem Bestehen absteigen, und zwar in die Unterliga West. Das Beispiel vieler anderer Vereine vor Augen war die Angst vor dem beginnenden Zerfall unserer Gemeinschaft bei Funktionären und Spielern sehr groß. Mit Mithilfe der gesamten Bevölkerung von Allerheiligen schaffte unsere Mannschaft 1994 aber umgehend den
Wiederaufstieg in die Oberliga – unvergesslich der "Sturm auf St. Peter i. S.“ im letzten entscheidenden Spiel.

 

1996 musste unser Verein aber nochmals in die Unterliga West absteigen. Jetzt wurde die Mannschaft komplett umgebaut und ein Großteil der U20 in die Kampfmannschaft hochgezogen. Das erste Jahr war eine echte Bewährungsprobe und man kämpfte lange Zeit gegen den Abstieg. Die jungen Eigenbauspieler entwickelten sich aber prächtig und schon 1999 stieg man wieder in die Oberliga Mitte auf. Unvergessen ist das Entscheidungsspiel in Heiligenkreuz/W.. Vor gut 1000 Zusehern erzielte Zoran Eskinja in der 93 Minute den 1:1-Ausgleich der den Titel erst perfekt machte. Die Mannschaft wurde mit einem Sattelschlepper im Konvoi nach Allerheiligen zurück gebracht, wo sie von hunderten ASV-Fans empfangen wurde.

 

Ein Höhepunkt des Vereins war das Spieljahr 2000/2001 wo mit dem Meistertitel in der
Oberliga Mitte/West erstmals der Aufstieg in die Landesliga gelang. Dies vorwiegend mit
einheimischen Spielern, die sich dort trotz großer Konkurrenz im Bezirk einen Namen gemacht hat. Diesen Titel haben wir im Nachbarort St. Georgen an der Stiefing gefeiert, denn in den Jahren 2000 und 2001 wurde unser Stadion neu gebaut.

 

In der Landesliga startete man gleich mit einem Sieg. Die entfachte Euphorie wurde noch größer, als wir nach ein paar Landesligarunden im Jahr 2001 das neue Stadion, ein echtes Schmuckkasterl, eröffnen durften. Unserer Gemeinde gebührt dafür großer Dank. Diese Arena sorgte mit dafür, dass der Erfolgsrun des SV Allerheiligen weiterging.

 

In der Landesliga spielten wir Jahrelang eine respektable Rolle. Besonders unser enges Stadion war nun nicht nur mehr im Bezirk, sondern in der gesamten Steiermark gefürchtet. In diesen Jahren kam der ASV auch erstmals in Kontakt mit dem ÖFB-Cup. Teilnahmen daran gleichen für "normale" Fussballclubs einer Sensation. In dieser Zeit etablierte sich mit dem Duo Franz Schauer und Rudolf Stranzl nun entgültig ein kongeniales Sportliches Führungsgespann, dass wie auch alle anderen Beteiligten noch weiter nach oben blickte.

2006 spielten wir eine bärenstarke Landesligasaison und waren im Winter noch an der Spitze dran. Im Frühjahr lief es noch besser und wir konnten am letzten Spieltag auswärts in Anger Meister werden. Wieder einmal rollten die Fanbusse an und peitschten den ASV zum Meister der steirischen Landesliga und zum Aufstieg in die Regionalliga Mitte.

 

In der Regionlliga Mitte, die aus renomierten Klubs aus Kärnten, Oberösterreich und der Steiermark besteht, wurden wir aufgrund unseres kleinen Budgets zunächst belächelt. Wiederum starteten wir gut in die erste Saison und landeten letztendlich im guten Mittelfeld. Bereits in der ersten Saison konnten auch Traditionsvereine geschlagen werden. Im Laufe der folgenden Jahren zogen Klubs wie der GAK, Blau Weiss Linz, Pasching, WAC/St. Andrä, FC Kärnten, DSV Leoben usw. gegen Allerheiligen den Kürzeren.

 

Unvergessen bleiben die großen Matches gegen den Grazer Athletik Klub, mit dem wir einige Jahre auf Augenhöhe spielten. Im August 2007 sahen 2200 Zuseher in Allerheiligen einen 1:0-Sieg gegen den ehem. Österreichischen Fussballmeister. Im Frühjahr 2008 waren doppelt so viele Zuseher in die UPC-Arena gekommen. Darunter waren auch etwa 700 ASV-Fans, die einen 1:0 Auswärtssieg in der UPC-Arena frenetisch bejubelten. Dieses Derby sorgte jahrelang für Spiele vor vielen Tausend Zusehern.

 

In diesen Jahren gastierten auch immer wieder große Fussballadressen wie der mehrfache Jugoslawische und Kroatische Meister Hajduk Split, Sturm Graz oder Austria Wien in Allerheiligen.

 

In der Meisterschaft wie im ÖFB-Cup, an dem man jetzt jährlich teilnahm zogen wir uns immer beachtlich aus der Affäre. Im Cup überstanden wir zumeist eine oder zwei Runden gegen Klubs aus ganz Österreich von Kärnten bis nach Vorarlberg. Am Achtelfinale waren wir zwei mal ganz knapp dran. Einmal schieden wir gegen den Tabellenführer der zweiten Bundesliga Schwanenstadt nach einem 1:1 erst in der Verlängerung aus. Ein anderes mal verloren wir durch ein Last-Minute-Tor gegen den Bundesligisten Austria Kärnten unglücklich mit 2:1.

 

Im Jänner 2008 gründete sich der ASV-Fanclub "Gallier 08" der unsere Mannschaft fortan zu noch besseren Leistungen antrieb. Schnell wuchs der Fanclub auf über 150 Mitglieder an.

 

Da sich Spieler unserer gut geführten Jugend nur schwer direkt in die Regionalliga einbauen ließen und wir wieder in der glücklichen Lage waren, über viele hoffnungsvolle Talente zu verfügen wurde 2009 eine zweite Kampfmannschaft gegründetet. Bereits in der ersten Saison zerschossen unsere Youngsters in der 1.Klasse alles was sich ihr in den Weg stellte und wurde überlegen Meister. Ein Jahr darauf gab es bereits den Vizemeistertitel in der Gebietsliga West.

 

Die bisher erfolgreichste Saison wurde 2010/11. Wir starteten fulminant in die Meisterschaft und wurden sensationell Herbstmeister der Regionalliga-Mitte.  Unvergessen blieb der 3:0-Auswärtssieg bei Blau Weiss Linz das ein paar Tage zuvor im ÖFB-Cup mit Red Bull Salzburg den amtierenden österreichischen Meister mit 3:0 vom Platz gefegt hatte. ASV- Spieler und Fans mussten danach mit Polizeischutz aus dem Stadion eskortiert werden.

 

Im Frühjahr ging es gut weiter, bis wir kein Ansuchen um eine Bundesligalizenz abgaben, da die Auflagen für die eigene Spielstätte für uns nicht umsetzbar waren. Ein Absiedeln des Vereines in ein bundesligataugliches Stadion wurde verhindert. Trotzdem zeigten Spieler, Funktionäre und Fans Moral und sorgten für ein erfolgreiches Frühjahr. In der UPC-Arena kam es zum Gipfeltreffen zwischen Tabellenführer Allerheiligen und dem ersten Verfolger GAK, bei dem es um die Tabellenführung ging. 5.800 Zuseher sorgten für das bestbesuchte RL-Spiel der gesamten Saison. Noch nie hatten mehr Zuseher ein Spiel des ASV besucht. Wir konnten einen 2:0-Rückstand noch in ein 2:2 umdrehen und blieben Tabellenführer, was einige Grazer Funktionäre aus der Fassung brachte. Zwei Runden vor Ende der Saison 2010/11 stand der ASV noch immer an der Tabellenspitze und konnte aus eigener Kraft Meister werden. Durch zwei Niederlagen zum Schluss wurden wir noch von Blau Weiss Linz, den LASK Amat. und dem GAK abgefangen, wurden aber hervorragender 4ter.
 

Mittlerweile ist der SV Allerheiligen in gesamt Österreich ein renommierter und respektierter Verein, den auch kein Bundesligaklub mehr unterschätzt.

 

In der Saison 2011/12 startete der ASV im ÖFB-Cup mit zwei Siegen und zog zum bereits dritten Mal unter die letzten 32 Vereine ein, wo uns nur mehr Vereine aus der ersten und zweiten Bundesliga zugelost werden konnten. Der österreische Rekordinternationale Andreas Herzog zog uns mit FK Austria Wien den österreichischen Rekordcupsieger und den prominentesten Klub, der jemals in einem Bewerbspiel in Allerheiligen angetreten ist. Vor etwa 1400 Zusehern ging der ASV in Führung und hielt zur Pause ein 1:1. Erst in der 86. Spielminute sorgte Nationalspieler Junuzovic für die Entscheidung. Mit Vorwärts Steyr und Austria Klagenfurt konnten zwei weitere Traditionsvereine in Allerheiligen besiegt werden.

 

Unsere U15, die in Spielgemeinschaft mit Frannach und Heiligenkreuz geführt wird, wurde 2012 Österreichischer Futsalmeister. Nach einem Sieg gegen Sturm Graz, wurde im Finale Red Bull Salzburg besiegt.

Im Jahr 2012 gründete sich mit den Gladiators SUED ein weiterer Fanclub, der seitdem für Stimmung in der berüchtigten Festung Allerheiligen sorgt.

Ein Jahr nach dem Cuphighlight gegen Austria Wien, durften sich alle Anhänger des ASV wieder über einen Knaller freuen: der österreichische Rekordmeister Rapid Wien beehrte Allerheiligen. Kurz nach der Pause brachte Michael Kulnik unsere Schwarz-Gelben sogar in Front. Rapid setzte sich trotzdem schlussendlich mit 4:1 durch. Das Spiel fand vor der Allerheiligener Rekordkulisse vor über 2000 Zuschauer statt.

Sowohl die Saison 2013/2014, als auch die Saison 2014/2015 konnte standesgemäß in den Top 10 der RL Mitte abgeschlossen werden. Mittlerweile ist der ASV der drittälteste ununterrochen in der Regionalliga Mitte spielende Verein. Ein Beweis für die senationelle Arbeit im kleinen Ort Allerheiligen.